Content erstellen Anfänger: Kuratieren oder selbst schreiben?
Erstellt von Hermann Lück · Lesezeit 6 Minuten · 30. August 2026
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Ich saß vor dem leeren Bildschirm und fragte mich: Wie soll ich über etwas schreiben, von dem ich selbst gerade erst lerne? Vielleicht kennst du dieses Gefühl. Du willst endlich anfangen, Content zu erstellen, um dir online etwas aufzubauen. Aber dir fehlt das Expertenwissen. Du bist keine Autorität. Keine jahrelange Erfahrung. Nur der Wunsch, endlich loszulegen.
Die gute Nachricht: Du musst kein Experte sein, um wertvolle Inhalte zu teilen. Es gibt zwei Wege, die für Anfänger funktionieren. Kuratieren oder selbst schreiben. Beide haben ihre Berechtigung. Aber welcher Weg passt wirklich zu dir, wenn du nebenberuflich startest und wenig Zeit hast?
Warum Content überhaupt, wenn du kein Produkt hast?
Bevor wir ins Detail gehen, lass uns klären, warum Content für dich als Anfänger so wichtig ist. Wenn du online Geld verdienen willst, brauchst du eine Sache über alles: Vertrauen. Menschen kaufen nicht von fremden Websites. Sie kaufen von Menschen, denen sie vertrauen oder von Quellen, die ihnen weiterhelfen.
Content ist dein Werkzeug, um dieses Vertrauen aufzubauen. Auch ohne eigenes Produkt. Gerade im Affiliate-Marketing empfiehlst du Produkte anderer. Damit das funktioniert, muss der Leser dir glauben, dass du ehrlich bist und weißt, wovon du sprichst.
Genau hier kommen die beiden Methoden ins Spiel.
Was bedeutet Kuratieren wirklich?
Kuratieren heißt: Du sammelst, filterst und ordnest Informationen, die bereits existieren. Du schreibst nicht komplett neu, sondern bringst verschiedene Quellen zusammen, kommentierst sie und machst daraus etwas Nützliches für deine Leser.
Stell dir vor, du erstellst einen Blogartikel zum Thema "Die besten kostenlosen Tools für Affiliate-Anfänger". Du hast selbst noch nicht alle getestet, aber du recherchierst gründlich, fasst zusammen, was andere empfehlen, und ergänzt deine eigenen ersten Erfahrungen oder Beobachtungen.
Das Kuratieren hat einen riesigen Vorteil für Anfänger: Du musst nicht alles selbst wissen. Du musst nur gut darin sein, Informationen zu finden, zu bewerten und verständlich zusammenzufassen.
Was bedeutet selbst schreiben?
Selbst schreiben heißt: Du teilst deine eigene Perspektive, deine Erfahrungen, deine Gedanken. Auch wenn du noch am Anfang stehst, hast du etwas zu sagen. Vielleicht schreibst du über deinen Weg, über Fehler, die du gemacht hast, über kleine Fortschritte.
Ein Beispiel: Du startest gerade mit Affiliate-Marketing und schreibst einen Artikel "Was ich in meiner ersten Woche gelernt habe". Du teilst keine Erfolgsgeschichte, sondern ehrliche Einblicke. Wo du dich verheddert hast. Was überraschend einfach war. Worauf du achten würdest, wenn du nochmal von vorne anfängst.
Das Selbstschreiben hat einen anderen Vorteil: Es ist persönlich. Menschen spüren, wenn jemand authentisch ist. Und gerade wenn du am Anfang stehst, sind deine Leser oft in einer ähnlichen Situation. Sie suchen jemanden, der ihre Fragen versteht.
Kuratieren: Schneller Start, weniger Tiefe

Als ich angefangen habe, war Kuratieren mein Einstieg. Ich hatte keine Ahnung, wie ich Content erstellen sollte. Also habe ich mir Themen vorgenommen, die mich selbst interessiert haben, und angefangen zu recherchieren.
Der Vorteil war enorm: Ich konnte relativ schnell Artikel veröffentlichen. Ich musste nicht warten, bis ich selbst Erfahrung gesammelt hatte. Ich konnte sofort starten.
Aber es gab auch eine Kehrseite. Kuratierter Content fühlt sich manchmal flach an. Wenn du nur zusammenfasst, was andere sagen, fehlt die persönliche Note. Deine Leser merken das. Sie finden die Informationen vielleicht hilfreich, aber sie bauen keine echte Verbindung zu dir auf.
Und noch etwas: Wenn du nur kuratierst, bleibst du in der Beobachterrolle. Du lernst viel, aber du machst selbst keine Erfahrungen. Das kann dich ausbremsen, weil du irgendwann merkst, dass dir die eigene Stimme fehlt.
Selbst schreiben: Langsamer Start, aber echter Aufbau
Als ich anfing, auch über meine eigenen Erfahrungen zu schreiben, war das anfangs unangenehm. Wer will schon lesen, was ich zu sagen habe? Ich bin doch kein Experte.
Aber genau das war der Punkt. Meine Leser suchten keinen weiteren Guru. Sie suchten jemanden, der ihre Situation versteht. Jemanden, der zwei Schritte weiter ist als sie selbst, nicht zwanzig.
Das Selbstschreiben hat mir geholfen, Vertrauen aufzubauen. Meine Artikel wurden persönlicher. Die Rückmeldungen wurden ehrlicher. Menschen schrieben mir, dass sie sich verstanden fühlten.
Aber es dauerte länger. Ich musste warten, bis ich etwas ausprobiert hatte. Ich musste Fehler machen, um darüber schreiben zu können. Ich konnte nicht einfach drei Artikel am Wochenende runtertippen.
Der häufigste Fehler: Nur eine Methode nutzen
Hier ist, was ich viel zu spät verstanden habe: Du musst dich nicht entscheiden. Die meisten Anfänger machen den Fehler, entweder nur zu kuratieren oder nur über sich selbst zu schreiben.
Wenn du nur kuratierst, bleibst du austauschbar. Deine Leser könnten die gleichen Informationen auch woanders finden. Wenn du nur über dich schreibst, hast du am Anfang vielleicht zu wenig zu sagen. Dir gehen die Themen aus, weil du noch nicht genug erlebt hast.
Die Lösung ist eine Mischung. Du kuratierst, um regelmäßig Content zu liefern und um Themen abzudecken, für die dir noch die Erfahrung fehlt. Und du schreibst selbst, um deine Stimme zu entwickeln und Vertrauen aufzubauen.
Stell dir vor, du startest einen Blog über nebenberufliches Online-Business. Du könntest einen kuratierten Artikel schreiben: "Fünf bewährte Methoden, um passives Einkommen aufzubauen". Darin stellst du Strategien vor, die andere erfolgreich nutzen. Du fasst zusammen, ordnest ein, gibst eine Übersicht.
Und daneben schreibst du einen persönlichen Artikel: "Warum ich nach drei Wochen fast aufgegeben hätte – und was mich weitergebracht hat". Darin teilst du, wie es sich anfühlt, wenn die ersten Versuche nicht funktionieren. Was dich motiviert hat. Welchen kleinen Trick du gefunden hast.
Beide Artikel bedienen unterschiedliche Bedürfnisse. Der kuratierte gibt Orientierung. Der persönliche gibt Mut.
Welche Methode eignet sich für den Einstieg?
Wenn du wirklich bei null startest, empfehle ich dir, mit einer Mischung zu beginnen, aber mit einem klaren Schwerpunkt: Kuratieren, um ins Tun zu kommen, und gleichzeitig kleine persönliche Notizen einbauen.
Nimm ein Thema, das dich interessiert und das für deine Zielgruppe relevant ist. Recherchiere gründlich. Fasse zusammen. Aber füge am Anfang oder am Ende ein paar Sätze hinzu, die deine Perspektive zeigen. Warum hast du dieses Thema gewählt? Was hat dich überrascht? Was willst du als Nächstes ausprobieren?
Das gibt dir das Beste aus beiden Welten: Du kannst schnell starten, weil du nicht alles selbst wissen musst. Und du baust trotzdem eine persönliche Verbindung auf, weil du dich zeigst.
Mit der Zeit wird sich das Verhältnis verschieben. Je mehr du lernst, je mehr du ausprobierst, desto mehr wirst du selbst schreiben wollen. Und das ist gut so.
Was du diese Woche konkret tun kannst
Nimm dir ein Thema vor, das deine Zielgruppe beschäftigt. Etwas, das du selbst gerade lernst oder wo du am Anfang stehst.
Schreib einen kuratierten Artikel dazu. Such dir drei bis fünf gute Quellen, fasse die wichtigsten Punkte zusammen und ordne sie so, dass sie für deinen Leser Sinn ergeben.
Und dann füge einen Absatz hinzu, der nur von dir kommt. Vielleicht deine erste Beobachtung. Vielleicht eine Frage, die du dir selbst stellst. Vielleicht ein kleiner Fehler, den du schon gemacht hast.
Das ist dein erster Schritt. Nicht perfekt. Nicht vollständig. Aber echt.
Du musst nicht alles wissen, um anzufangen
Was mir am meisten geholfen hat, war diese Einsicht: Die Leute, die dir zuhören, wollen keinen perfekten Experten. Sie wollen jemanden, der ehrlich ist. Der zugibt, wenn er etwas nicht weiß. Der zeigt, wie der Weg aussieht, nicht nur das Ziel.
Du kannst kuratieren, um Wissen zu teilen. Und du kannst selbst schreiben, um Vertrauen zu schaffen. Beides ist wertvoll. Beides hat seinen Platz.
Fang einfach an. Mit dem, was du hast. Und lass deine Stimme mit jedem Artikel wachsen.
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